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Franzosen und Bundeswehrsoldaten im Grenzmuseum PDF Drucken E-Mail

 gruppenfoto

Auf großes Interesse stießen zwei Führungen im Unterfränkischen Grenzmuseum in Bad Königshofen. Zum einen waren Bundeswehrsoldaten vom Standort Mittenwald im Museum, zum anderen Besucher aus Frankreich, die über Waldemar Wolf aus Thüngersheim nach Bad Königshofen gekommen waren. Während die Gruppe der Gäste aus Frankreich lediglich das Museum „unter die Lupe nahm“, dann aber weiter an die einstige deutsch-deutsche Grenze bei Eußenhausen/Henneberg fuhr, waren die Soldaten auch zwischen Zimmerau und Rieth und erfuhren hier mehr über die einstige deutsch-deutsche Teilung. Waldemar Wolf, Vater des Mainpost-Redakteurs Hans-Dieter Wolf, ist auch Buchautor und hat einen „unterhaltsamen Spaziergang durch die fränkischen Landschaften“ unter dem Titel „Ich bin ein Franke“ herausgebracht.


Wolf selbst war einst an der deutsch-deutschen Grenze als Grenzbeamter im Einsatz und kannte von daher die Teilung Deutschlands. Das war für ihn auch Grund die Gäste aus Frankreich einmal in den Landkreis Rhön-Grabfeld und speziell nach Bad Königshofen ins „Museum für Grenzgänger“ zu führen. Hier erfuhren sie mehr darüber, wie das einst war als Deutschland geteilt war. Anhand eines Modells wurde den Gästen deutlich, wie menschenverachtend diese Teilung war und wie hermetisch die DDR-Behörden ihren Staat abgeriegelte hatten. Staunende Blicke, als sie erfuhren, daß einst bei Trappstadt auf einer Strecke von 10 Kilometern rund 60.000 Minen verlegt waren und, daß sogar Selbstschussautomaten an den Zäunen waren.


Was vor allem interessierte waren historische Filme, wie sie im Museum für Grenzgänger in Bad Königshofen zu sehen sind. Natürlich erfuhr man auch mehr über die Grenzsteine und darüber, warum auf dem schwarz-rot-goldenen Pfahl ein spitzer Nagel nach oben angebracht war. Damit nämlich dieses Hoheitszeichen der DDR nicht von Vögeln verschmutzt werden konnte. Schmunzeln in den Reihen, als man dies hörte. Wie todbringend die Grenze war zeigte sich bei der Führung, als von Flüchtlingen die Rede war, die nicht alle unbeschadet in den Westen kamen. Auch in Rhön-Grabfeld gab es einige Tote zu beklagen, die auf Minen traten und dabei schwerste Verletzungen erlitten.

Die Geschichte der Wallfahrer, die ein Grenztor mit ihren Spazierstöcken aushebelten, regte zum schmunzeln an, wobei die Gäste aus Frankreich genau wissen wollten, wie das vor sich ging und warum, das Tor nicht offen war. Für viele war diese deutsche Teilung nicht nachvollziehbar und die meisten hatten auch nicht geahnt, wie gefährlich es an der einstigen DDR-Grenze war. Vom Schusswaffengebrauch erfuhren sie ebenso wie davon, daß es sich nach der Grenzöffnung aber auch zeigte, daß es  viele Gemeinsamkeiten gibt. Dazu gehört die Grabfelder Mundart ebenso wie die Trachten und auch die verschiedenen Bräuche. Heute ist der Alltag wieder an der einstigen Grenze eingekehrt und so ist auch die lockere Städtepartnerschaft zwischen Bad Königshofen und Römhild zu sehen.

Wie das war mit den Minenfeldern? Wollten die Besucher wissen und erfuhren anhand der ausgestellten Modelle, daß es in den 60er Jahren die Holzkastenminen gab, später wurden dann Plastikminen verwendet. Auch heute ist es an der Grenze noch gefährlich, weil diese Minen nicht mehr dort liegen, wo sie einst in die Erde gebracht wurden. Interesse weckte dann der Skulpturenpark der Landkreise Rhön-Grabfeld und Schmalkalden am einstigen Grenzübergang Meiningen. Hier war es vor allem die Geschichte, die der Künstler Jimmy Fell zur „Goldenen Brücke“ niederlegte. Wenn sie nämlich einmal in sich zusammengefallen ist, dann werde wohl auch die einstige Teilung Deutschlands in den Köpfen der Menschen nicht mehr da sein.

Quelle: Hanns Friedrich

 

 
 
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