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Geschichte zum anfassen PDF Drucken E-Mail
grenztour2010_1Wie kann man Jugendlichen Geschichte nahe bringen, zum einen das es interessant für sie ist und zum anderen, das sie etwas davon behalten und für sich mitnehmen können. Geschichte hautnah erleben und sie direkt mit Erlebten konfrontieren. So geschehen bei der Grenztour im Rahmen des Ferienprogramm des Jugendzentrums aus Bad Königshofen.

Zuerst die Theorie und die Geschichte, dann an die ehemalige Deutsch-Deutsche Grenze und von Zeitzeugen erzählen lassen, wie sie die Wiedervereinigung erlebt haben. Ein straffes Programm, was die Organisatoren erneut für die neugierigen Teenager auf die Beine gestellt haben. Im Grenzgängermuseum in der Schranne konnte die Geschichte vor der Grenzziehung, und während der Teilung angeschaut werden.

Andreas Rottmann, Leiter der Museen in der Schranne aus Bad Königshofen, zeigt den Jugendlichen die Minen die in einer Vitrine als mahnende Ausstellungsstücke der Deutsch-Deutschen Geschichte den Besuchern bedrohlich entgegen wirken und bei Vielen Ängste auslösen. „Stellt euch vor, ihr wollt euren Onkel oder Oma und Opa im Nachbardorf besuchen und dazwischen gibt es Minenfelder und ihr könnt nicht hin“, ein Szenario das Jahrzehntelang Realität war und vom Museumsleiter den jungen Zuhörern anhand von Modellen und Exponaten näher gebracht wird.

Noch können die Jugendlichen den Erzählungen von Andreas Rottmann nur schwer glauben schenken und auch nicht nachvollziehen was sie hier hören. „Warum durfte ich nicht zu meiner Tante, wann ich wollte“, „warum konnte ich nicht überall hin fahren wo ich wollte“, „warum haben mich Freunde überwacht“, viele Fragen, die von den Kindern nach einer Bilderserie über die Entstehung der Grenze, bis hin zur Wiedervereinigung, den Verantwortlichen der Grenztour gestellt wurden.

Weiter ging es in der Exkursion zum Bayernturm nach Zimmerau, wo ein Rundblick über das ehemalige geteilte Deutschland gezeigt wurde und den Grenztourbesuchern langsam bewusst wurde, was es heißt, in seiner Freiheit eingeschränkt zu sein. Vormals laute Jugendliche wurden immer leiser und nachdenklicher und nach und nach wurden die Ausmaße der Teilung für die Grenzbesucher nachvollziehbar. Endgültig überzeugt wurden die Ferienprogrammbesucher von den Grenzanlagen und dem Skulpturenpark „Deutsche Einheit“ in Eußenhausen. „Ich begreif das nicht, warum wir uns so etwas angetan haben und wie brutal Menschen sein können“, erklärt Janina nachdenklich.

Renate Kraut, Leiterin des Jugendhauses in Bad Königshofen und Hauptverantwortliche des Ferienprogramms, ist immer wieder begeistert von den Grenztouren, die nachhaltig bei den Jugendlichen Eindruck hinterlassen und sie zum Denken anregen. Mitstreiter Andreas Rottmann und Thomas Hälker, die als Zeitzeugen Erlebnisse über die Wiedervereinigung den Teilnehmern der Grenztour vermitteln, sind von der Wichtigkeit der Geschichtserlebnisse überzeugt, die Live vor Ort jugendgerecht gezeigt und erklärt werden. Ausgebuchte Touren geben den Organisatoren recht und vermitteln einen Eindruck über das Interesse der Jugendlichen an der deutschen Geschichte.

Quelle: Thomas Hälker
 
 
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