Was macht eigentlich der Weihnachtsmann in der restlichen Zeit des Jahres. Zynisch, skurril, witzig, schräg und nachdenklich waren die Antworten die die reichlich vorhandenen Zuschauer und Zuhörer im historischen Schundhauskeller in Bad Königshofen von des Akteuren der Flotten Bühne zu hören bekamen. Nicht immer konform zu den Idealbildern die man in der Kindheit gehört hat, aber lebensneutral und realistisch dargestellt.
90 Minuten geballtes Programm aus Texten, Sketchen und immer wieder Einlagen der Lokalhelden der Band Landleben, die mit ihren fränkisch künsöferischen Texten die Zuhörer zum Schmunzeln brachten und kaum einen Fuß im Raum fanden der nicht mit wippte. Frank Selzam der geistige Vater der Veranstaltung und seine Mitstreiter in der Formation legten mit ihren typisch fränkischen Wortspielen und Texten eine Grundlage für den Verlauf des Abends und eine Auflockerung um sich von den Texten geistig erholen zu können.
Der schrecken der Weihnacht in vielen Akten war das Zwischenhighlight an der Selzamen Weihnacht. Licht aus, Kopflampe an und ganz im Zeichen von Stephen Kings Gruselszenario trugen die einzelnen Mitglieder der Flotten Bühne in völliger Dunkelheit Ansichten von möglichen Ereignissen an Weihnachtsdesastern vor. Angst nicht genug geschenkt zu haben, lösen bei vielen Weihnachtseinkäufen Schwindel, Engegefühle und Beklemmungen aus, die selten richtig komprimiert werden können. Gesteigert nur von hoffen das richtige geschenkt zu haben.
Auch die Weihnachtshotline und die direkte Durchwahl zum Weihnachtsmann an den Nordpol erwies sich als schwieriges Unterfangen fand die Telefonauskunft keinen Eintrag mit Herrn Weihnachtsmann, auch der Eintrag vom Christkind war weder unter dem Buchstaben „C“ noch unter dem Eintrag „K“ zu finden. Schließlich sorgten die Anekdoten und Erlebnisse eines Facharbeiters in der Vorweihnachtszeit für korrektes Bucheinpacken in einem großen Bücherhaus für Déjà-vu bei den Besuchern und die ein oder andere Begegnung mit bunten angezogener Trainingsanzügen von Möchtegernintellektuellen.
Bühne war der gesamte historische Keller im Schlundhaus der von den Darstellern in allen ecken und Winkeln als Auftrittsort genutzt wurde und dem Publikum kaum Zeit zum gerade aus schauen ließ. Ein aktives und unterhaltsames einbinden der Gäste. Die Interpretation von Joachim Ringelnatz und seinem Daddeldus Seemannsgarn sorgte für Lachsalven und einen gelungenen Abschluss der Selzamen Weihnacht. Nicht enden wollender Applaus schenkte den Protagonisten die nötige Bestätigung für ihr Wirken auf der Bühne und brachte kurzweilig den normalen, strukturierten Weihnachtstrubel etwas ins schwanken und neue Perspektiven der Schrecken der Weihnacht in den Vordergrund.
Quelle: Thomas Hälker |