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Apfelfest in Hendungen PDF Drucken E-Mail

pomologen in aktionMit einem ernsten Blick betrachtet der Pomologe Wolfgang Subal einen halbierten Apfel und begutachtet das Kerngehäuse, bis er erfreut den Apfel an seinen Kollegen den Pomologen Edwin Balling weiter reicht, der nach kurzer Betrachtung das Obst als Harberts Renette identifiziert und die Meinung seines Kollegen bestätigt.

Der Heimatverein Hendungen hat am Sonntag zum vierten Mal zum Apfelfest in den alten Kindergarten nach Hendungen eingeladen. Zahlreiche Besucher wie auch Obstbaumbesitzer waren der Einladung gefolgt um die unzähligen Apfelsorten zu bewundern oder sich ihren Hausapfel bestimmen zu lassen. Ein Team von vier sachkundigen Experten konnte so manche, bereits verschollene Apfelsorte wieder bestimmen und sich über deren Bestand freuen.

Eine der wichtigsten Aufgaben der Pomologen ist die Sammlung, Pflege und der Erhalt alter, Sorten, die vom Aussterben bedroht sind. Weiterhin forschen die Profis nach verschollenen Obstsorten, die auf so mancher Veranstaltung zur Apfelbestimmung wieder aufgetaucht sind. 1500 Sorten sind allein in Deutschland erwähnt, davon sind noch 500 bis 600 Arten vorhanden und bekannt.


Dr. Silvia Löwe eine weitere Expertin auf dem Gebiet und Matthias Schlund vom Heimatverein Hendungen unterstützen die zwei Pomologen und waren von der Anzahl der mitgebrachten Apfelsorten der Besucher begeistert. So konnten an diesem Tag 70 Sorten neu bestimmt werden und so manche Überraschung begutachtet werden. Vielen ist der Ploatzapfel ein Begriff und in der Rhön-Grabfeld Gegend auch verbreitet. Dass es ich dabei um die Rote Walze handelte, eine, so dachte man ausgestorbene Sorte, war für die pomologische Zunft eine Überraschung und sorgte für einiges Erstaunen.

tische mit äpfeln"Um einen gut gewachsenen Apfel zu bekommen, benötigt der Baum pflege. Ausschneiden, den richtigen Standort bereits im Vorfeld ausschauen, zurückschneiden und vieles mehr gehören zum richtigen Umgang mit dem Kernobstgewächs. So können gut gepflegte Apfelbäume schon mal bis zu 80 Jahre und älter werden", weis Matthias Schlund zu berichten. Auch das Verzehren eines Apfels hat seine Besonderheiten für die Apfelliebhaber. "Grundsätzlich schneide ich jeden Apfel auf um mir das Innere anschauen zu können, ich möchte ihn riechen, sehen wie er aussieht und daran riechen. Welche Struktur hat er, wie sieht das Kerngehäuse aus und vieles mehr", erklärt Dr. Silvia Löwe den anwesenden Zuhörern und schneidet sich eine Ecke eines neue Apfels ab.

Akane, Bischofsmütze, Champagner-Renette, Gerlinde, Fiesta, Schlotfegerli, 120 verschiedene Apfelsorten konnten im Vorraum begutachtet werden und waren bei den Besuchern ein gern in Augenschein genommener Anziehungspunkt. Bei soviel Auswahl suchte der ein oder andere Besucher schon mal etwas länger um seine Sorte zu finden. "Wir hätten noch viel mehr Äpfel zum Ausstellen, aber mehr haben wir nicht in unsre Auto bekommen", freut sich Edwin Balling über die vielen begeisterten Besucher.

Von Apfelkuchen über Apfelküchle bis hin zum Apfelpunsch gab es an diesem Tag alles zum Thema Apfel. Experten deklarierten die Apfelsorte und die Besucher konnten sich bei den verschiedensten Apfelköstlichkeiten satt essen. Eine sehenswerte und informative Veranstaltung die der Heimatverein Hendungen zusammen mit den Pomologen Wolfgang Subal und Edwin Balling organisiert hatte und die bei der Bevölkerung nicht nur aus Hendungen sehr gut angekommen ist, "sogar aus Haßfurt kamen Leute um ihre Äpfel bestimmen zu lassen", erzählt Matthias Schlund.

 

Quelle: Thomas Hälker 

 
 
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